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Living the Gestalt

Training in Gestalttherapie

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Seminarbeschreibung

Gestalttherapie erlebt soeben eine Renaissance. Seit dem Tod des bekanntesten Mitbegründers Fritz Perls, 1970, hat es in der Welt der Psychotherapie alle paar Jahre aufsehenerregende Neuerungen gegeben: beginnend 1980 mit der spirituellen Psychotherapie, von Ken Wilber und Stanislav Grof, über Familienstellen nach Bert Hellinger, bis zur Traumatherapie nach Peter Levine. Jedes Mal ein geändertes Verständnis der psychischen Störungen, andere Erklärungsmodelle, ganz neue Behandlungsmethoden. Dadurch verlor die Gestalttherapie nach Fritz Perls an Bekanntheit.

Mit der Jahrtausendwende aber hat sich die Stimmung auf dem Therapiemarkt gedreht. Dafür gibt es verschiedenste Gründe, der wichtigste scheint uns zu sein: Meditation hat Einzug in die Psychotherapiepraxis gehalten. Kaum noch eine psychosomatische Klinik ohne Meditation! Und hier liegt die Verbindung zwischen Meditation und Gestalttherapie. Die wichtigste Botschaft der Meditationslehre heißt: Wahrnehmen was ist, ankommen bei dir selbst, ankommen im Hier und Jetzt.

Und genau dies ist das zentrale Anliegen der Arbeit von Fritz Perls. Er hat alles genutzt, was der Bewusstwerdung dient, und bewusst sind wir immer nur im Augenblick. So hat er die Gestalttherapie kurzerhand „the here and now therapy“, die Hier und Jetzt Therapie genannt. Gestalt ist eine Lebensform, er nannte es „The Gestalt Approach“. Das hat ganz viel mit Bewusstheit zu tun, mit Wahrnehmen, Kreativität, Echtheit, Spontaneität, Theater, Philosophie, Lebensweisheit, Geburt, Liebe und Tod. Gestalt heisst immer: Ganzheit.

Seit Meditation salonfähig geworden ist, weiß jeder, der dafür offen ist, dass es darum geht ins Hier und Jetzt zu kommen. Aber wie soll das gehen? Wie wird man von einem kopfgesteuerten Menschen, der ständig mit seiner Vergangenheit oder seiner Zukunft beschäftigt ist, in einen Yogi verwandelt, der nur noch gesamtkörperlich seine Präsenz wahrnimmt, einfach Präsenz ist? Wie gelangt man vom dem einen zum anderen?

Gestalttherapie ist der Begleiter bei diesem transformatorischen Prozess, der in erster Linie ein Prozess des Aufräumens ist. Hierher gehört auch die Primärwoche, in der Erfahrungen aus der frühen Kindheit im Fokus stehen. Es geht um anschauen, gelten lassen, annehmen was ist, urteilsfrei, eins nach dem andern. Mit jedem Stückchen Klärung, das glückt, kommt ein Stückchen mehr Leben in uns hinein. Das ist Fritz Perls, der Fokus liegt nicht auf „Probleme lösen, sondern mehr Lebendigkeit möglich machen“ und das ist „Living the Gestalt“.

Herangehensweise und Ziele

TherapeutInnen können KlientInnen nicht an einen Ort begleiten, an dem sie selbst noch nicht waren. Wir legen deshalb grossen Wert auf erfahrungsbezogenes Lernen. Übungen, paarweise und in Kleingruppen, Arbeiten unter Supervision, Lehrsitzungen, Lehrgespräche im grossen Kreis und Referate der Teilnehmenden und der Seminarleitung sind unsere hauptsächlichen Lehrformen.

AbsolventInnen der „Living the Gestalt“ Ausbildung sind in der Lage, gestalttherapeutische Sitzungen zu geben. Alle Teilnehmenden, auch die, welche nie beruflich therapeutisch arbeiten wollten, erlebten einen Zuwachs an sozialer Kompetenz und einen neuen Zugang zu einem erfüllten, intensiven Leben.

Wen sprechen wir mit diesem Training an? Ungefähr die Hälfte der Teilnehmenden kommt aus helfenden, heilenden und sozialen Berufen. Die andere Hälfte kommt aus unterschiedlichen anderen Bereichen.

Aber nicht die Berufsgruppe zeichnet die Menschen aus, die sich für „Living the Gestalt“ entscheiden, es ist vielmehr ein besonderer Punkt, an dem sie gerade in ihrem Leben stehen. Der Punkt, an dem sie wissen, dass sie einen Kick brauchen, einen Katalysator für ihren persönlichen Prozess, etwas wie Sauerstoff, das in ihre innere Glut fährt, damit endlich ein Feuer daraus wird. Es sind vorwiegend Menschen, die die Reise zu sich selbst zu ihrem Beruf machen wollen und die sich deshalb zu Reisebegleitern ausbilden lassen möchten.

Themen

  • Einführung in die Gestaltarbeit
  • Empathie, Akzeptanz, Authetizität
  • Wahrnehmung – Tor zur Bewusstheit
  • Hier und Jetzt – Imagination und der innere Dialog
  • Der Gestaltbegriff
  • Mann – Frau
  • Psychodrama – Rollenspiel
  • Begleitung von Träumen
  • Neurose – nach Fritz Perls
  • Primärtherapie
  • Aus dem Vollen – Üben und Supervision
  • Das innere Kind
  • Integration und Abschluss

Terminübersicht

27.–28. Oktober 2018 (Beginn: 10.00 Uhr)
06.–09. Dezember 2018 (Beginn: 10.00 Uhr)
24.–27. Januar 2019 (Beginn: 10.00 Uhr)
30. März–5. April 2019 (im Seminarhaus Stiersbach, Beginn: 17.00 Uhr)
30. Mai–2. Juni 2019 (Beginn: 10.00 Uhr)
23.–28. Juli 2019 (Beginn: 20.30 Uhr) Abschnitt Primärtherapie
03.–06. Oktober 2019 (Beginn: 10.00 Uhr)
21.–24. November 2019 (Beginn: 10.00 Uhr)
16.–19. Januar 2020 (Beginn: 10.00 Uhr)
28. März–3. April (im Seminarhaus Stiersbach, Beginn: 17.00 Uhr)
21.–24. Mai 2020 (Beginn: 20.30 Uhr)
16.–19. Juli 2020 (Beginn: 10.00 Uhr)
17.–20. September 2020 (Beginn: 10.00 Uhr)

Voraussetzungen

Die TeilnehmerInnen sollten ca. 6 Selbsterfahrungswochenenden nachweisen können. Meditationserfahrung ist erwünscht, ein persönliches Interview mit der Seminarleitung ist dringend empfohlen.

Vorassetzung für die Zertifizierungunter anderem: 10 Einzelstunden mit der Seminarleitung (nicht im Preis enthalten)

„Die Living the Gestalt Ausbildung waren für mich zwei sehr, sehr intensive Jahre, die ich nicht mehr missen möchte. Ich weiß jetzt soviel mehr über mich, meine inneren Anteile und ganz nebenbei wurde mir beigebracht eine Haltung des Therapeuten einzunehmen, die mehr ist als ,nur‘ empathisch. Der Klient darf sein, wie er ist! Es war eine Abenteuerreise zu mir selbst, zu einer Gestalttherapeutin und zu einem für mich viel entspannterem Leben. Ich würde jedem diese Ausbildung ans Herz legen, der ein bißchen Mut mitbringt ins kalte Wasser zu springen, denn es ist immer einer da, der dir hilft.“

—Svenja Niggl

Buchung

27.10.2018 - 20.09.2020

6890.00 €
502.00 €
500.00 €

inkl. vegetarische Verpflegung an gewissen Tagen im 6. Abschnitt (23.–28. Juli 2019) Preise für Unterkunft und Verpflegung im Seminarhaus pro Abschnitt zwischen € 270,- und € 550,- Wir weisen darauf hin, dass für diese Weiterbildung die Befreiung von der MwSt. gemäß § 4 Nr. 21 a)bb) UStG beantragt ist.

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