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Indische Kopfmassage

Ein Artikel von Vipal Cohen
Indische Kopfmassage

Einer der schönsten Momente, an den ich mich aus meiner Jugend in Indien erinnere, war der, wenn ich mit meinen Cousinen auf dem Balkon saß, dem Sonnenuntergang zuschaute, wir miteinander redeten und uns gegenseitig den Kopf massierten.

Die Sonne ging langsam unter, es wurde allmählich dunkel und wir saßen so lange draußen, bis die Moskitos oder der Hunger 
(oder beides!) uns ins Haus trieben. Und heute noch, wenn ich mich mit meinen Cousinen treffe, massieren wir uns gegenseitig Kopf, Füße und Hände – selbst wenn wir uns seit Jahren nicht gesehen haben, weil wir verstreut über die ganze Welt wohnen. Wir sitzen zusammen, lachen und amüsieren uns, als hätten wir uns gestern das letzte Mal gesehen.

Manchmal fühle ich mich in Deutschland einsam, obwohl ich hier viele Freunde habe. Aber ich vermisse die Nähe zu meiner Familie und die Lustigkeit und Gelassenheit, mit der wir dort zusammen sind. 
Trotzdem bin ich gerne im Westen: ich habe hier viel gelernt. Ich mag die Klarheit der Leute, den Respekt, die Technologie, die Sauberkeit, die Pünktlichkeit, die Großzügigkeit und die Fülle. Und ich bin gerne im Osten. Ich genieße den entspannten Lebensrhythmus, die Gelassenheit und Liebenswürdigkeit der Leute und ein Zeitgefühl für die Unendlichkeit. Ich fahre zwischen Indien und Europa hin und her und an beiden Plätzen lerne ich jedes Mal viel. 
Über die Jahre habe ich eine angenehme Kombination von beiden Kulturen in mir entwickelt. Natürlich wird das durch einen so fantastischen Meister wie Osho erleichtert. Ihm habe ich zu verdanken, dass mein Leben so erfüllt ist und dass mein Horizont sich immer mehr erweitert. Für mich ist er die ideale Synthese zwischen Osten und Westen.

Ich hatte lange einen Widerstand dagegen, mein „Inderin-Sein“ zu vermarkten. Es hat sich für mich niemals richtig angefühlt, meinen kulturellen Hintergrund als Geschäftsstrategie zu benutzen. Gleichzeitig fühlte es sich unfair an, die Indische Kopfmassage als Teil der wunderbaren kulturellen Tradition meiner Gesellschaft im Westen nicht bekannt zu machen. Der Westen gibt mir eine Menge und jetzt ist es für mich an der Zeit, etwas von meinen Schätzen zu teilen.

In meinen Augen ist das Beste an der Indischen Kopfmassage, dass sie so leicht zu erlernen ist und einfach Spaß macht. Man braucht kein teures Zubehör und keine aufwändigen Räumlichkeiten – einfach nur Lust dazu, Liebe, Freude und ein offenes Herz.

Ich glaube, jeder Mensch besitzt die natürliche Gabe zu massieren.Für eine liebevolle Berührung braucht man keine spezifischen Fähigkeiten oder ein aufwändiges Training – eine einfache Technik genügt. Es ist eine wunderbare Art, tiefen Kontakt mit anderen Menschen herzustellen. 
Als ich noch ein Kind war, hat mir meine Mutter jeden Morgen die Kopfhaut eingeölt und massiert, bevor sie meine Haare kämmte. Ich kann mich immer noch an das belebende und wache Gefühl erinnern, mit dem ich danach munter den Tag beginnen konnte. Diese Art von Massage ist für die meisten indischen Kinder noch heute Teil des Alltags. Langsam breitet sie sich auch im Westen aus - bisher allerdings nur in teuren Spas oder Fitness-Studios.

Wie wäre es, wenn wir diese liebenswerte Geste des gegenseitigen Massierens mehr in den deutschen Alltag einführen würden? Stell dir vor, du lässt dein Kind morgens nach einer Kopfmassage aus dem Haus gehen. Oder: du besuchst deine Eltern und überraschst sie mit am Kaffeetisch mit einer leichten Kopfmassage. Würde das eure Beziehung positiv beeinflussen? Nach dem ersten Schreck könnte Lachen und Scherzen kommen. Und die Leichtigkeit vom Herzen kann dann auch folgen.

2010 haben wir in der UTA Akademie die erste Ausbildung in Indischer Kopfmassage angeboten und mittlerweile ist daraus ein fester Termin im Programm der UTA Akademie geworden. 
Melde dich an, wenn du Lust hast, in diese wundervolle Tradition hinein zu schnuppern. Neben der Technik werden wir versuchen, etwas von der liebevollen, ungezwungenen Atmosphäre, wie sie in einer intakten indischen Familie sein kann, mit dir zu teilen. Du wirst überrascht sein, wie angenehm Leichtigkeit sein kann!

Zur Person

Devapria Gokani

Geboren in einer indischen Familie, lebt und atmet Devapria Ayurveda und Massage länger als sie sich erinnern kann. Ausgebildet u.a. in CranioSacraler Therapie, Myofascialer Entspannung (Rebalancing), Holistischer Massage, Indischer Kopfmassage, Hawaiianischer Massage, Ayurvedischer Yoga-Massage, Joint Release und Holistic Counselling leitet sie Ausbildungen und Gruppen in vielen Ländern der Welt und gibt Einzelsitzungen.

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