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Sammasati: Ausbildung in Humanistischer und Spiritueller Therapie

zweijährige therapeutische Ausbildung

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Seminarbeschreibung

Die Ausbildung ist untergliedert in zwei Module. Sie vermittelt den Teilnehmenden sowohl therapeutisches Werkzeug  als auch die „innere Haltung“, die für ein therapeutisches Verständnis notwendig ist. 

Osho ist ein bedeutender indischer Mystiker, der als erster die östliche spirituelle Praxis mit westlichen Formen der Psychotherapie verbunden hat. Unter seiner Anleitung haben sich neue Dimensionen des Austauschs zwischen TherapeutIn und KlientIn eröffnet. Meditation erhält den zentralen Platz in dem, was sich zur Spirituellen Therapie entwickelt hat und auch die „Psychologie der Buddhas“ genannt wird: Nicht mehr das Lösen von Problemen und die Behandlung von „Fällen“ stehen im Vordergrund; TherapeutIn und KlientIn verstehen sich als Teil eines größeren Geschehens. Liebe, Akzeptanz und meditative absichtslose Präsenz können mehr Wachstum, mehr Veränderung bewirken als nur korrekt durchgeführte therapeutische Interventionen.

Das Wort „Sammasati“ bedeutet „rechtes Erinnern“ und ist eine Aufforderung, sich dieser Essenz – unserer Buddha-Natur – zu erinnern. In diesem Training wollen wir den Teilnehmenden sowohl therapeutisches Werkzeug an die Hand geben als auch die innere Haltung vermitteln, die für dieses therapeutische Verständnis notwendig ist. Freiheit geschieht durch Bewusstheit: von der Vergangenheit in die Gegenwart, von der Persönlichkeit zur Individualität.

 

Lerninhalte

Die Ausbildung in Humanistischer und Spiritueller Therapie ist unterteilt in zwei Module. Beide Module können auch einzeln gebucht werden.

Nach Abschluss beider Module sind die Teilnehmenden in der Lage:

  • Einzelsitzungen an Personen zu geben, die in einem Beratungsgespräch Unterstützung, Verständnis und Klarheit über sich selbst und ihre Situation suchen
  • über einen gegebenenfalls längeren Zeitraum die Suche der KlientInnen nach Authentizität und dem Überwinden alter, lebensverneinender Verhaltensmuster zu begleiten
  • körperorientierte Sitzungen anzubieten, die den KlientInnen wieder im Körper zu Hause sein lassen und ihnen seine ursprüngliche Vitalität und Sensitivität wiedergeben
  • KlientInnen ein Verständnis über wichtige Grundzüge von Psychodynamik, wie z. B. Identifikation, Projektion zu vermitteln
  • KlientInnen die Grundlagen von Meditation nahezubringen

Modul 1

Das erste Modul des Trainings besteht aus fünf Teilen von jeweils vier Tagen und vier Einzelsitzungen mit einer MentorIn aus dem Trainerteam. Die Teilnehmenden lernen verschiedene Aspekte der Spirituellen Therapie kennen. Sie gehen durch einen Reifungsprozess, in dem sie sich ihrer Konditionierungen in den unterschiedlichen Lebens bereichen bewusst werden. Das bewusste Wahrnehmen der eigenen Grenzen und Muster lädt dazu ein, neue Wege zu gehen. Die Teilnehmenden beobachten, wie sich Selbstwahrnehmung und Handlungsweisen verändern.

Terminübersicht Modul 1

Einführung
22. - 25. November 2018
mit Samarona Buunk und Subodhi Schweizer

Dieser Abschnitt ist der Beginn des Selbsterfahrungsjahres und das erste Modul der Ausbildung. Er markiert den Anfang einer großen Reise. Er bringt Aufregung und Verletzlichkeit mit sich und beinhaltet als Chance auch die Möglichkeit des Sich-Öffnens und Einlassens.

Diese Einladung gilt dir selbst und allen anderen. Das Wagnis, dich in einem Klima der Offenheit und des Vertrauens zu zeigen, wie du bist, mit allem was dazugehört: Stärke, Schwäche, dem Bedürfnis nach Schutz und dem Bedürfnis nach Nähe und Distanz. In diesem Raum entsteht Bewusstheit, weil du in viele Spiegel schaust und beginnst, dich selber klarer zu sehen. Meditationen, Körperübungen und spielerischer Umgang miteinander werden Türen öffnen zu neuen Räumen und zu neuem Verständnis.

 

Lebendigkeit durch Atem- und Körperarbeit
10. - 13. Januar 2019
mit Subodhi Schweitzer

In diesem Abschnitt wirst du durch körperorientierte Übungen und Meditationen die Möglichkeit haben, mit deinen Gefühlen und deiner Lebendigkeit in Kontakt zu kommen. Du lernst, deinen Körper, deine Atem- und Bewegungsmuster bewusster wahrzunehmem, und kommst mit den damit verbundenen Themen in Berührung. Durch die Begegnung mit den anderen Teilnehmern wird die eigene Erfahrung vertieft und du lernst den anderen auf einer tiefen Ebene kennen. Es entsteht ein Raum von Offenheit und Vertrauen, in dem es möglich ist, sich zu zeigen und auch auf einer nonverbalen Ebene mit den an deren verbunden zu sein.

 

Primärtherapie
21. - 24. Februar 2019
mit Samarona Buunk

Die Primärtherapie im Rahmen der spirituellen Therapie hat zwei wesentliche Ziele: Zum einen bringt sie Verständnis und Licht in die prägenden Erlebnisse der frühen Kindheit. Wir begreifen plötzlich, warum wir bestimmte Verhaltensmuster wiederholen und unfrei sind.

Zum anderen geht es darum, Zurückgehaltenes und Unterdrück­tes aufsteigen zu lassen, es zu fühlen und dann auch gehen zu lassen. So können sich Prozesse vervollständigen und abschließen. Die Vergangenheit bleibt die, die sie war. Aber vor allen Dingen ist sie eines: vorbei! Ohne den Ballast des Alten werden unsere Augen wieder frisch und offen für die Wunder des Lebens.

 

Wir sind, was wir suchen – mit Projektionen umgehen
4. - 7. April 2019
mit Anando Würzburger

Selten schauen wir auf jemanden und sehen, wer da wirklich ist. Der Blick auf das, was wirklich ist, wird entstellt durch Erfahrungen in der Vergangenheit, von Wünschen und Ängsten, von Vorstellungen über Richtig und Falsch, von Ideen über Gut und Böse. Wir haben sie zum Teil bereits mit der Muttermilch in uns aufgenommen. So schauen wir in eine Welt, die wir ständig durch unsere Gedanken und Bilder aus der Vergangenheit selbst erschaffen und interpretieren. Wie durch dicke Brillengläser sehen wir ein Zerrbild, und gehen so am Leben und uns selbst vorbei. Es ist ein Abenteuer, sich diesen Mechanismus genauer anzuschauen und verstehen zu lernen. Die Brille auszuziehen bedeutet ein großes Risiko und eine tiefe Verletzlichkeit zuzulassen: Es ist, als schalteten wir das Navigationsgerät aus, und wir verlieren die Sicherheit, die es uns gegeben hat.

Wer bin ich, wenn ich nicht mehr durch die Augen der anderen auf mich und die Welt schaue? Wer sind die anderen, wenn ich auf sie nicht länger meine Urteile, Wertungen und Vorstellungen von Gut und Böse werfe – sprich projiziere. Wie sieht eine Welt aus, in der es weder Retter und Heilige noch Schurken und Bösewichte gibt? ... und was geschieht, wenn aus der gefährlichen Schlange, vor der ich im Zwielicht zurückschreckte, ein ganz gewöhnlicher Gartenschlauch wird?

 

Awareness Intensive: Who is In?
22. - 26. Mai 2019
mit Ramatertha Doetsch

Als Voraussetzung für die Arbeit mit Menschen betrachten wir die tiefe und kompromisslose Konfrontation mit uns selbst. In der Auseinandersetzung mit dem Zen-Koan „Who is In?“ (Wer ist innen?) werden wir auf uns selbst zurückgeworfen. Wir begegnen unseren Schatten, Ängsten, Träumen und Illusionen. Indem wir sie zulassen und anschauen, dringen wir Schicht um Schicht tiefer zu unserem Wesenskern vor und suchen nach einer direkten Erfahrung unserer Mitte.

Aus dieser Mitte heraus begegnen wir uns selbst und anderen auf eine Weise, wo wir alles so lassen können, wie es ist, und es nicht so haben wollen, wie es irgendwelchen Vorstellungen, Idealen und Dogmen entspricht.

 

 

Beginn jeweils am ersten Tag um 10.00 Uhr.

Modul 2

Im zweiten Modul werden die Teilnehmenden in die Praxis der therapeutischen Arbeit eingeführt. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer therapeutischen Haltung, die von Liebe, Akzeptanz, Offenheit und Präsenz geprägt ist. Es erfolgt die Vermittlung von Wissen, das Erlernen der Gestaltung von Einzelsitzungen und der Einsatz verschiedener therapeutischer Werkzeuge.

Modul 2 besteht aus elf Trainingseinheiten und zwei Supervisionswochenenden. Teil der Ausbildung ist die Begleitung durch sechs Einzelsitzungen mit einer MentorIn aus der Seminarleitung. Bei entsprechender Vorerfahrung ist es möglich, die Ausbildung mit dem zweiten Modul zu beginnen.  Dazu ist ein Interview mit der Seminarleitung erforderlich.

Terminübersicht Modul 2

Präsenz und Arbeiten aus der Mitte 
4. - 7. Juli 2019 mit Ramateertha Doetsch
und
15. - 18. August 2019 mit Subodhi Schweizer

Diese beiden Abschnitte des zweiten Moduls stellen eine Einführung in die Grundlagen therapeutischer Arbeit im Rahmen der humanistischen und spirituellen Therapie dar.

Da ist zunächst die innere Haltung und der Raum, aus dem heraus der Therapeut seine Arbeit aufnimmt. Die Begegnung zwischen Therapeut und Klient kann nur fruchtbar sein, wenn der Therapeut frei ist von Vorstellungen und Idealen darüber, wer der Klient ist oder sein soll. In dieser Freiheit und Atmosphäre der Unvoreingenommenheit kann der Klient beginnen sich zu öffnen, sich selbst zu entdecken und mitzuteilen.

Es wird gezeigt, wie der Therapeut diesen Raum zunächst einmal in sich selbst findet und was ihn daran hindert, sich selbst in diesem Raum zu bewegen: Ambitionen, Versagensängste, der Wunsch nach Kontrolle und vieles mehr können Therapeut und Klient beeinträchtigen.

Sich nicht in diesem Dickicht von Richtig und Falsch, Gut und Böse, Erfolg und Misserfolg zu verlieren, sondern sich des „offenen Raumes“ immer wieder zu erinnern – also wach und bewusst zu bleiben – ist der Schlüssel, durch den Technik zu Liebe und Therapie zu Transformation wird.

Themen

  • Der Aufbau einer Sitzung
  • Die Klärung des Themas für die Sitzung: Vorgeschichte erfragen -  Zuhören - Gesprächsführung - Finden und Benennen dessen, was ist
  • Die Haltung des Klienten zum Thema
  • Die Haltung des Therapeuten in der Sitzung:  Vorbereitung für die Sitzung -Vorurteilslosigkeit - Anerkennen dessen, was ist
  •  Die Bedeutung von Meditation in der Arbeit: das Potenzial der Leere
  • Gesprächstherapie nach Rogers
  •  Therapeutische Grundhaltung: Echtheit, Authentizität, Kongruenz -  Achtung, Wertschätzung, Akzeptanz - Emphatisches Verstehen
  • Technik des einfühlenden Spiegels
  •  Die Rolle des Therapeuten

 

Die Arbeit mit inneren Dynamiken
10. - 13. Oktober 2019 
mit Anando Würzburger

Die menschliche Psyche ist energetisch dynamisch und sehr vielschichtig. Ihre sich gegenseitig widerstrebenden Anteile verhindern oder hemmen oft die Entfaltung unseres essenziellen Selbst. Mithilfe der Methode des Voice Dialogues lernen wir zu unterscheiden zwischen inneren Stimmen, die aus Erfahrungen und Prägungen der Kindheit oder unseres Erwachsenenlebens stammen, und den essenziellen Qualitäten deines Selbst.

Es wird ermöglicht, die inneren Stimmen direkt erfahrbar, sichtbar, hörbar und im physischen Raum fühlbar werden zu lassen. Innere Konflikte werden in ihrer energetischen Dynamik greifbar. Jede Stimme bekommt ihren Platz, kann in liebevoller Akzeptanz integriert und neu verhandelt werden.

Themen

  • Begegnung mit verschiedenen Anteilen der Persönlichkeit: z.B. der innere Kritiker, das verletzte Kind, das lebensfrohe Kind
  • Konflikte im Außen spiegeln sich im Inneren wider
  • Der Raum des Bewusstseins und die Verbindung zum exis­tenziellen Sein
  • Aufdeckung negativer Glaubenssätze
  • Stärkung essenzieller Qualitäten

 

Ressourcenorientiertes Arbeiten und Umgang mit Trauma finden
21. - 24. November 2019 
mit Anando Würzburger

Rund 90% von dem, was sich in unserer Psyche bewegt, nehmen wir nicht bewusst wahr. Unbewusste Gefühle und Impulse, die in uns auftauchen, gehen oft auf in der Kindheit erlernte Muster und Konditionierungen zurück, die sich automatisiert haben. Oder sie sind bestimmt durch traumatische Erfahrungen, die noch heute gespeichert sind.

Solche in den Untergrund verdrängten Gefühle erzeugen oft Stress und belasten den Körper auf der psychosomatischen Ebene. Um die darin gebundene Energie zu lösen und einen adäquaten Umgang mit den Emotionen zu finden, gilt es auf zwei Ebenen zu arbeiten: zum einen laden wir das Unbewusste ein, ans Licht zu kommen, um Verdrängtes neu zu integrieren.

Zum anderen kreieren wir durch Ressourcen und achtsamkeitsorientierte Körpertherapie einen inneren Halt für die auftauchenden Gefühle.

Themen

  • Erlernen unterschiedlicher Atemtechniken: öffnende und zentrierende Techniken
  • Das richtige Maß finden: Wichtigkeit von Ressourcen
  • Umgang mit Schock und Trauma, Erstarrung und Dissoziation
  • Fertigkeiten für die Arbeit mit traumatisch gebundener Energie
  • Containment – Gefühlen Halt geben durch Erdung und Zentrierung
  • Verknüpfen der vier Ebenen: Spüren (Körper), Fühlen (Emotion), Denken (Kognition) und Impulse (Verhalten)

 

Körper- & Charaktertypologie 
 9. - 12. Januar 2020  und
12. - 15.  März 2020
 Subodhi Schweizer.

In diesen beiden Abschnitten des Trainings lernen wir die unterschiedlichen Körper- und Charaktertypen nach Wilhelm Reich kennen. Reich unterschied fünf Charaktertypen, die alle durch familiäre und gesellschaftliche Prägungen in unterschiedlichen Entwicklungsphasen der frühen Kindheit entstehen.

Diese Prägungen wirken sich auf Körper und Psyche aus. Sie sind sichtbar in der Körperhaltung und den Verhaltensmustern und drücken sich durch Vorlieben, Gewohnheiten, Ängste und Stärken aus. Wir alle sind durch diese Entwicklungsphasen gegangen und wurden in jeder davon auf eine ganz spezifische Weise geprägt. Wenn wir uns mit den Charaktertypen und ihren Merkmalen befassen, stellen wir fest, dass sich meist einer der Typen am stärksten herausgebildet hat und sich im Leben des Klienten besonders zeigt.

In der Therapie kann durch das Lesen der Körperstruktur eine Diagnose erstellt werden. Die Körperhaltung gibt Aufschluss über die emotionalen Strukturen und Themen des Klienten und kann richtungsweisend für die Art der therapeutischen Arbeit sein. Passend zu jedem Körpertyp werden ausgesuchte körperorientierte Übungen und Interventionen vermittelt, die in der Einzelsitzung angewendet werden können.

 

Supervision
4. - 5. April 2020 
mit Anando Würzburger

Als siebter und elfter Teil von Modul 2 finden Supervisionswochenenden statt. Sie dienen der Vertiefung des bereits Erlernten. Es werden keine neuen Lerninhalte vermittelt; der Fokus liegt auf der praktischen Anwendung des bereits Erarbeiteten. Dazu gehört das Geben von Einzelsitzungen, die von einer dritten Person supervidiert werden.

Feedback und Erfahrungsaustausch werden in diesem geschützten Rahmen den Mut für weitere Öffnung und Exploration stärken.

 

Projektionen als Spiegel
7. - 10. Mail 2020
 mit Anando Würzburger und Ramateertha Doetsch

In diesem Ausbildungsabschnitt möchten wir die Mechanismen von Projektion, der Übertragung und Gegenübertragung in der therapeutischen Beziehung zwischen Therapeut und Klient, verstehen. Sie geben uns einerseits wertvolle Hinweise, um die Geschichte und die Persönlichkeits­entwicklung des Klienten zu verstehen. Andererseits konfrontieren sie den Therapeuten mit seinen eigenen ungelösten Themen.

Unbewusster Umgang mit diesen Projektionen führt zu einer Wiederholung schädigender Beziehungen aus der Kindheit und führt schließlich zu einem Scheitern der Therapie, wie z.B. das Eingehen sexueller Beziehungen zwischen Therapeut und Klient. Der bewusste Umgang mit Projektionen ist ein kraftvolles „Werkzeug“, das wir nutzen können.

Themen

  • Den Mechanismus von Projektionen verstehen
  • Die Übertragung
  • Die Gegenübertragung
  • Innerliche Reaktionen auf den Klienten verstehen und deuten
  • Sexueller Anziehung zwischen Klient und Therapeut angemessen begegnen

 

Entwicklungspsychologie und Essenzarbeit 
11. - 14. Juni 2020 und
23. - 26. Juli 2020
 mit Samarona Buunk

Die moderne Psychologie betrachtet die Entwicklung des Egos als eigenständigen vollständigen Prozess. In der spirituellen Lehre wird die Entwicklung des Egos fast immer als falsch oder nicht erstrebenswert betrachtet. Es wird versucht, über das Ego hinauszugehen, es zu transzendieren. Dieser Abschnitt vermittelt die Grundlagen entwicklungspsychologischer und spiritueller Arbeit. Wir betrachten die Ego-Entwicklung und spirituelle Transformation als einen einheitlichen Prozess der menschlichen Evolution.

Im Vordergrund steht das Verständnis von Konditionierung und wie die dadurch entstandene Identifikation mit der Persönlichkeit oder dem Ego uns von unserer Buddha-Natur entfremdet. Es werden therapeutische Werkzeuge erlernt und eingeübt, die den Klienten auf seinem Weg von der Identifikation mit der Vergangenheit in die Gegenwart unterstützen.

Unser Selbstbild, das, was wir zu sein glauben, wird geprägt durch Erfahrungen in den verschiedenen Entwicklungsphasen unserer Kindheit. Wachstum ist, zumindest teilweise, ein Prozess der Dekonditionierung. Dabei führt eine bewusste Erfahrung zu einer Veränderung des Selbstbildes und essenzielle, unterdrückte Teile des Individuums werden befreit.

Themen

  • Wachstum und Konditionierung: Entwicklungsphasen der Kindheit nach Freud, Reich und der Objekt­- beziehungstheorie
  • Die Struktur der Psyche: Es, Ego, Über-Ich und der Zusammenhang mit den Abwehr­mechanismen
  •  Der Loslösungs- und Individuationsprozess und die Geburt der Persönlichkeit
  • Der Verlust der Essenz und die Rückkehr zur Essenz: Einführung in die Essenzarbeit nach A.H. Almaas
  • Die Thematik der Fixierung, Regression, Projektion und Narzissmus
  • Spirituelle Thematik: Identität und Individualität, Selbst und Nicht-Selbst, Selbstbilder, Grenzen, Raum und Leere, Identifikation und Disidentifikation

Methoden

  • Arbeit mit frühkindlichen Prägungen
  • Meditationen zu essenziellen Erfahrungen
  • Aufdecken des Selbstbildes: Mitteilen und Spiegeln
  • Arbeit mit dem Über-Ich

 

Supervision
22. - 23. August 2020 
mit Subodhi Schweizer

Als siebter und elfter Teil von Modul 2 finden Supervisionswochenenden statt. Sie dienen der Vertiefung des bereits Erlernten. Es werden keine neuen Lerninhalte vermittelt; der Fokus liegt auf der praktischen Anwendung des bereits Erarbeiteten. Dazu gehört das Geben von Einzelsitzungen, die von einer dritten Person supervidiert werden.

Feedback und Erfahrungsaustausch werden in diesem geschützten Rahmen den Mut für weitere Öffnung und Exploration stärken.

 

Systemisches Verständnis in der offenen Sitzung
1. - 4. Oktober 2020
 mit Ramateertha Doetsch

Kaum eine andere Therapiemethode hat in den letzten Jahren so viel Verbreitung und Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit gefunden wie das Familienstellen. Bert Hellinger hat ein bereits bekanntes Verständnis über Zusammenhänge in Familiensystemen aufgegriffen, vertieft und weiterentwickelt.

Diese Zusammenhänge folgen bestimmten Gesetzen, die er „Ordnungen der Liebe“ nannte. Es entstand eine Arbeit, die bald, weit über den therapeutischen Rahmen hinaus, Einsichten in die Geheimnisse des Lebens und die intimen Zusammenhänge menschlicher Existenz erlaubt. Wenn Bert Hellinger vom Arbeiten aus der „leeren Mitte heraus“ spricht, beschreibt er eine meditative Grundhaltung, die Grundlage der spirituellen Therapie ist.

In diesem Abschnitt geht es darum, Grundzüge dieser Arbeit kennenzulernen, um sie in die Einzelarbeit mit Klienten einbeziehen zu können. Begriffe wie „wissendes Feld“, „Verstrickung“, „unterbrochene Hinbewegung“, „Primärgefühle“, „Sekundärgefühle“ werden erklärt. Ihr Verständnis erweitert den Spielraum therapeutischer Interventionen. Zugleich führt diese Arbeit Therapeuten und Klienten in einen Raum, der von Stille, Absichtslosigkeit und Nicht-Urteilen geprägt ist. Er erkennt und nimmt an, was ist, und führt so weiter in den Fluss des Lebens.

Themen

  • Grundzüge systemischer Zusammenhänge
  • Gegenwarts- und Herkunftssysteme: Arbeit mit Bodenankern für die Einzelarbeit
  • Ordnungen der Liebe: Der Ausgleich von Nehmen und Geben
  • Unterbrochene Hinbewegung
  • Symptome in der Aufstellungsarbeit
  • Bewegungen der Seele: Bewegung in Stille
  • Themenspezifische Aufstellungen

 

Integration und Abschluss
7. - 8. November 2020 
mit Anando Würzburger, Ramateertha Doetsch

Modul 2 schließt mit einem Integrations- und Abschlussteil ab. Ziel der Ausbildung ist die Vermittlung von Grundkenntnissen und das Erlernen von Methoden der spirituellen Psychotherapie, sodass sie eigenständig als Einzeltherapie angewandt werden kann. Obwohl wir darauf achten, Leis­tungsaspekte so weit wie möglich aus der Ausbildung herauszuhalten, finden wir es notwendig, einen Prozess der Selbsteinschätzung sowie die Reflexion und Integration des Gelernten zu fördern.

Die Teilnehmer haben Gelegenheit, sich in Form einer eigenständig durchgeführten Einzeltherapie und durch Dokumentation der Begleitung eines Therapieprozesses zu präsentieren. Hierbei sollen nicht nur die erlernten Verfahren und Methoden, sondern auch die Entwicklung der meditativen Präsenz im Mittelpunkt stehen.

Dieser Ausbildungsteil wird mit der Vergabe eines Zertifikats abgeschlossen. Es berechtigt zur Teilnahme an den aufbauenden Lehr­assis­tenzen.

 

Beginn jeweils am ersten Tag um 10.00 Uhr.

Beginn jeweils am ersten Tag um 10.00 Uhr.

Voraussetzung

Voraussetzung für die Ausbildung ist ein Interview mit der Seminarleitung. Für eine Terminvereinbarung steht Ihnen unsere Seminarkoordination zur Verfügung.

Lehrassistenz (nach Abschluss der Ausbildung)

Modul 1 und 2 stellen die Grundausbildung dar und liefern eine Basis für den Beginn der Tätigkeit als TherapeutIn. Die Lehrassistenz bietet die Möglichkeit, das bis dahin Erlernte zu vertiefen: Zum einen gehört dazu die Teilnahme an neuen Ausbildungsgängen als LehrassistentIn und zum anderen die Teilnahme an Supervisionen und damit das Üben therapeutischen Arbeitens mit dem Feedback und der Unterstützung durch die TrainerInnen. Gerade im Hinblick auf den eigenen Wachstumsprozess ist dies von besonderem Wert und führt die angefangene Entwicklung weiter. Die Lehrassistenz unterstützt dabei, den Schritt in die eigenständige therapeutische Arbeit zu wagen. Darüber hinaus können spezielle Begabungen und Interessen erkannt und gefördert werden. AbsolventInnen der Ausbildung, die an einer Lehrassistenz interessiert sind, wenden sich bitte an unsere Seminarkoordination.

„Das Therapeutenteam hat eine außergewöhnliche Qualität, welche nach meinem Empfinden so nur im UTA beheimatet ist. Ich danke für eine Erfahrung, die mein Leben nachhaltig beeinflusst hat.“

—Andrea Petrovski

„Die Erfahrung zu machen, wie unterschiedlich Menschen sind, wie unterschiedlich ihre Wege sind und dass alle Menschen mit allen Geschichten okay sind und so sein dürfen, war für mich besonders wertvoll.“

—Frederik B.

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